Beispiel: Springfinger

Richard hat ein Problem mit seinem rechten Ringfinger, er springt immer zurück in Richtung Handmitte, es ist ein so genannter „Springfinger". Es ist dann immer sehr schmerzhaft, diesen Finger wieder zu öffnen. Richard hat bereits verschiedene Themen seines Lebens durch Aufstellungsarbeit gelöst. Er möchte wissen, was dieser Springfinger bedeutet. Meine Frage, ob er früher auf diesem Finger einen Ehering getragen hat, bejahte er. Ich hake nach und frage Richard, ob er gerne geheiratet hat? Richard meinte: „Ja, aber es waren gemischte Gefühle. Ich hatte auch Angst um meine Freiheit." Für die verdeckte Aufstellung wurden ausschließlich weibliche Stellvertreter gewählt: seine Frau, Richard selbst, der Ringfinger und die Freiheit. Alle Personen stehen im Kreis, sie bewegen sich nach ihrem Gefühl. (Die Personen erhalten wie immer einen verschlossenen Zettel mit ihren Stellvertreter-Namen, der erst am Schluss geöffnet wird.) Die Stellvertreterin von Richard steht links bei seiner Frau und rechts neben seiner Frau steht der Ringfinger, ein Stück entfernt und etwas abgewandt steht die Freiheit. Die teilnehmende Gruppe und Richard wissen nicht, dass ich den Ringfinger und die Freiheit aufgestellt habe, sie denken, wie sie später erzählten, es seien die Eltern von Richard. Die Stellvertreterin des Springfingers beklagte sich sehr rasch über starke Schmerzen in der Hand, die bis zum Ellenbogen hinaufziehen, obwohl sie nicht weiß, wen sie vertritt. Auf meine Frage, mit welcher der anwesenden Personen hat dieser Schmerz zu tun, wendet sie sich sofort zur Stellvertreterin von Richards Frau. Sie lächelt sie dabei freundlich, fast liebevoll an. Sie klagt, dass die Schmerzen immer stärker werden. Ich fordere sie auf, dort hinzugehen, wo der Schmerz aufhört. Es steht ihr dafür jede Möglichkeit offen. Sie geht langsam zur Freiheit, hier ist der Schmerz augenblicklich weg. Beide wissen nicht, wen sie vertreten! Als ich Richard selbst in die Aufstellung nehme, wiederholt sich der ganze Vorgang, auch Richard bleibt bei der Freiheit stehen. Die Aufstellung wird geöffnet, die Vertreter sind erstaunt, als sie erfahren, wen sie vertreten haben. Ich spreche Richard ein Ritual gegenüber seiner Frau vor: „Ich teile mein Leben freiwillig mit dir." Richard kann dies bejahen: „Durch unsere Ehe haben wir uns verbunden, ich sehe das Symbol des Ringes als ein Symbol für unsere Verbundenheit und gleichzeitig für die Abgeschlossenheit eines jeden Menschen in sich selbst.
Durch unsere Ehe bin ich dennoch ein freier Mensch geblieben so wie du." Für beide fühlen sich die Worte gut und richtig an.

Diese Aufstellung zeigte auf eindrucksvolle Art, wie wir als ein Teil des Ganzen mit den wahren Personen verbunden sind. Die Stellvertreterin des Ringfingers hatte nicht die geringste Ahnung, wen sie vertritt. Sie fühlte im selben Augenblick, in dem ich sie innerlich benannte, den Schmerz in der rechten Hand.

Nach einiger Zeit erfuhr ich, dass Richards Beschwerden nicht mehr auftraten, er konnte den bereits geplanten OP Termin in diesem Fall absagen.
Nicht immer ist es möglich, eine so spontane Heilung zu erfahren wie in diesem Fall. Viele Aufstellungen helfen uns Erkenntiss zu erlangen und damit aktiv am Heilungsprozess mitzuwirken sowie das übernehmen und wiederholen von Krankheiten zu beenden.

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