Beispiel: Midlife-Crisis

Max klagt über Gefühle der Sinnlosigkeit, obwohl er doch keinen Grund dazu hätte. Er besitzt alles, was sich ein Mensch wünscht. Die Kinder stehen gut auf eigenen Beinen. Endlich wäre die Zeit da, um das Leben zu genießen. Aber plötzlich hat er das Gefühl, es ist vorbei, nichts macht mehr Spaß, wozu noch usw. Es gibt keine Verluste oder Trauer, die seine Gefühle erklären würden. Max möchte wissen, wo er in seinem Leben steht und weshalb er sich plötzlich so leer fühlt.

Wir stellen in einer verdeckten Aufstellung seine Persönlichkeitsanteile auf. Welches sind diese Persönlichkeitsanteile? Teilpersönlichkeiten sind Anteile, die in unserem Leben, in unserer Persönlichkeit gleichzeitig und nebeneinander bestehen, wobei jede von ihnen ihre eigene Ausdrucksform hat. Sie unterscheiden sich meist stark voneinander. Wir verfügen über eine große Anzahl von Persönlichkeitsanteilen, die meisten kennen wir. Da gibt es etwa den Vater in uns, das innere Kind, den Sozialen, die sich aufopfernde Mutter, die Powerfrau, den Träumer, die sensible Sanfte, den Perfektionisten, den Kritiker, das Eltern-Ich ...
Die verschiedenen Teilpersönlichkeiten kämpfen fortwährend gegeneinander: Wünsche, Prinzipien, Sehnsüchte, Ideale liegen im Kampf.

Das Gespräch mit Max zeigte, dass er einen Persönlichkeitsanteil schon lange verdrängt: Es ist der Abenteurer in ihm.
Er würde gerne seinen Rucksack nehmen und auf und davon gehen. Aber Max ist ein guter Vater, ein treuer Ehemann, ein guter Chef und ein strenger Kritiker.
Wir stellen den Abenteurer auf, den Kritiker, das innere Kind, den Vater und den Chef. Alle Stellvertreter stehen im Kreis, sie wissen nicht, wen sie vertreten. Max selbst fühlt sich zuerst von seinem inneren Kind angezogen, er meint: „Er schaut so fröhlich!" Das Kind wippte ständig mit den Beinen und war voll Tatendrang. Dann ging er zum Chef, dort meinte er: „Hier ist es langweilig und so ernst!" Er geht weiter zu seinem Anteil als Vater, der die Augen geschlossen hat. Max sagt, der sei müde. Der Stellvertreter antwortet darauf: „Ich werde hier nicht gebraucht." Dann geht er zum Abenteurer, der ihn anlächelt. Max sagt: „Hier wird mir warm, wer ist das?"
Der Abenteurer stellt fest, dass er selbst jetzt ruhiger wird und bittet ihn, hier zu bleiben. Max geht weiter zum Kritiker. Dieser ist einen Schritt zurückgegangen, er schaut ihn ernst an. Max kommt er traurig vor. Auf die Frage nach seinem Befinden antwortet der Kritiker: „Ich finde das alles überflüssig." Auf meine Frage, wo sich Max am besten fühle, zeigte er zum inneren Kind und zum Abenteurer. Die Aufstellung zeigte klar, welche Anteile benachteiligt waren. Das innere Kind zeigte Freude, die gelebt werden will. Der Abenteurer wird ruhig, wenn er gesehen wird. Der Vater hat sein Werk getan, die Kinder sind groß. Dies brachte der Stellvertreter mit seinen Worten gut zum Ausdruck.
Max verdrängte schon lange seine Wünsche, der Kritiker in ihm ist sehr streng. Er findet alles andere überflüssig, was bedeutet, dass dieser Teil in Max ihn zum Verzicht und zur Genügsamkeit ermahnt. Als ich alle anderen Stellvertreter kurz aus dem Raum schickte und nur noch Max und der Kritiker anwesend waren, verspürte Max eine riesige Wut auf ihn. Er ging hinaus zu den anderen Persönlichkeitsanteilen und holte sie wieder herein. Dann öffnete ich die Aufstellung, Max konnte erkennen und spüren, was ihm fehlte. Er entschloss sich, eine Abenteuerreise anzutreten. Er ging drei Monate auf Tour und kam überglücklich nach Hause. Seine Frau stellte fest: „Endlich habe ich wieder den Mann, den ich früher kannte!"

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